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Fähre nach Isla de Lobos ab Corralejo: warum das Ticket allein nicht reicht

Aktualisiert 6. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Siebzehn Euro, 4,7 Sterne, 3.521 Bewertungen: Die Fähre von Corralejo nach Isla de Lobos und zurück ist das drittmeistbewertete Angebot der ganzen Insel. Sie ist zugleich einer der billigsten Wege hinüber – nur das Schnellboot ist einen Euro günstiger. Und sie ist das Angebot, bei dem am meisten schiefgehen kann – nicht auf dem Wasser, sondern davor und danach.

Der Anbieter braucht dafür genau einen Satz: „Reisen Sie von Fuerteventura zur Insel Lobos mit der Fähre ab Corralejo. Profitieren Sie von einer Hin- und Rückfahrkarte und erkunden Sie diesen Naturpark in Ihrem eigenen Tempo.” Mehr steht dort nicht. Der wichtigste Hinweis versteckt sich mitten im letzten Satz, in einem einzigen Wort: Naturpark. Dein eigenes Tempo hat auf Isla de Lobos einen Rahmen, und der wird nicht am Kartenschalter vergeben.

Das Bootsticket ist die Überfahrt, nicht der Zutritt

Isla de Lobos ist ein geschütztes Gebiet, und die Zahl der Menschen, die sich gleichzeitig darauf aufhalten dürfen, ist begrenzt: Bei der Einführung des Systems Anfang 2019 nannte der Cabildo 200 Besucher je Schicht, also höchstens 400 am Tag. Wer die Insel betreten will, braucht deshalb eine Genehmigung des Cabildo de Fuerteventura. Sie kostet nichts. Sie wird online beantragt, über lobospass.com beziehungsweise über den Umweltbereich der Cabildo-Seite. Und sie ist ein anderes Dokument als deine Fahrkarte.

Der Besuch läuft in zwei Schichten am Tag, vormittags von 10 bis 14 Uhr und nachmittags von 14 bis 18 Uhr. Du beantragst die Genehmigung für eines dieser Fenster, nicht für den Tag. Je Antrag sind höchstens drei Personen vorgesehen; eine vierköpfige Familie braucht also zwei Anträge und sollte das nicht erst am Antragstag merken. Erfasst werden Name und Ausweis- oder Passnummer jeder Person, auch der Kinder; vorgezeigt wird die Genehmigung als QR-Code auf dem Handy oder ausgedruckt. Das Antragsfenster öffnet erst kurz vor dem Besuchstag. Wie viele Tage vorher genau, wird an verschiedenen Stellen unterschiedlich angegeben, und das ist die eine Zahl, die du wirklich selbst nachsehen solltest.

Die entscheidende Unklarheit ist aber eine andere: Manche Reedereien beantragen die Genehmigung für ihre Passagiere mit, andere überlassen sie dir. Aus dem Wort „Hin- und Rückfahrkarte” geht nicht hervor, welcher Fall vorliegt. Kläre das auf der Buchungsseite, bevor du zahlst, nicht am Steg. Und rechne damit, dass sich die Regelung ändert: Was hier steht, ist der Stand der öffentlich einsehbaren Angaben. Verbindlich sind allein der Anbieter und der Cabildo de Fuerteventura.

Warum es dieselbe Fahrt zweimal gibt

Ein Blick in den Bestand macht den Punkt handfest. Neben der Fähre für 17 € mit 3.521 Bewertungen steht ein zweites Angebot: „Isla de Lobos Hin- und Rückfahrkarte mit Parkeintritt”, ebenfalls 17 €, ebenfalls 4,7 Sterne, 1.274 Bewertungen. Gleicher Preis, gleiche Strecke, andere Beschreibung.

Wenn ein Markt es für nötig hält, den Parkeintritt eigens ins Produkt zu schreiben, dann ist er offenbar nicht selbstverständlich in jedem Ticket enthalten. Mehr muss man aus diesen beiden Zeilen nicht herauslesen. Weniger sollte man aber auch nicht.

Was 17 € in diesem Feld bedeuten

Die Kategorie Isla de Lobos umfasst 25 Angebote, ab 16 €, Median 62 €, zusammen 11.547 Bewertungen. Inselweit sind es 190 Angebote, ab 12,50 €, Median 69 €. Die Fähre liegt am unteren Rand von beidem und liefert genau das, wofür der Preis steht: eine Hinfahrt und eine Rückfahrt. Die 16 €, mit denen diese Kategorie beginnt, sind das Schnellboot, das dieselbe Strecke schneller und unruhiger fährt – einen Euro billiger, aber eine andere Fahrt.

Kein Guide, keine Verpflegung, keine Ausrüstung, kein Programm. Das ist keine Kritik, sondern die Produktbeschreibung. Wer stattdessen eine begleitete Fahrt mit Erzählung sucht, findet sie in derselben Kategorie weiter oben in der Preisliste. Woher die Spanne zwischen 16 € und dem Median von 62 € überhaupt kommt, steht in Was kosten Ausflüge auf Fuerteventura.

Was auf der Insel ist – und was nicht

Isla de Lobos hat keinen Ort. Keine Läden, keinen Supermarkt, keine Bushaltestelle, kein Taxi, keinen Geldautomaten. Am Anleger liegt El Puertito, eine Handvoll niedriger Häuser vor einer flachen, hellen Bucht, dazu ein Restaurant, dessen Personal morgens aus Corralejo herüberkommt. Es gibt dort Wasser, Getränke und eine kleine Karte mit Fisch und Reisgerichten. Die Plätze sind wenige. Wer mittags essen will, fragt am besten gleich nach der Ankunft nach einem Tisch statt zwei Stunden später.

Das ist die gesamte Versorgung der Insel. Rechne sie nicht fest ein. Trinkwasser gehört in den Rucksack, bevor du in Corralejo an Bord gehst, und zwar mehr, als ein Spaziergang zu Hause verlangen würde: Der Weg zum Leuchtturm an der Nordspitze und zurück ist eine Wanderung, kein Bummel um die Bucht.

Lavagestein, Wind und kein Schatten

Die Wege bestehen aus Piste und blankem Vulkanboden. Das Material ist scharfkantig und stellenweise rutschig zugleich, und es frisst dünne Sohlen. Flip-Flops funktionieren am Strand von El Puertito und sonst nirgends. Geschlossene Schuhe mit fester Sohle sind hier kein Übereifer, sondern die Voraussetzung dafür, dass du deine vier Stunden überhaupt nutzen kannst.

Natürlichen Schatten gibt es auf Isla de Lobos so gut wie nicht. Die Insel ist flach, niedrig bewachsen und dem Nordostpassat voll zugewandt – der ist übrigens der Grund, warum sich derselbe Weg auf dem Rückweg deutlich länger anfühlt. Was du gegen die Sonne brauchst, besorgst du vorher und bringst es mit; Fragen dazu gehören in die Apotheke und nicht in einen Reiseartikel.

Die Rückfahrt ist der eigentliche Termin

Eine Hin- und Rückfahrkarte klingt flexibler, als sie ist. Die Boote fahren zu festen Zeiten, und dein Zeitfenster endet, wenn es endet. Ein Nachtboot gibt es nicht, eine Unterkunft auf der Insel ebenso wenig. Wer die letzte Abfahrt seiner Schicht verpasst, steht in einem Naturpark ohne Ort und muss zusehen, ob sich ein Wassertaxi oder ein anderer Anbieter findet. Das kostet extra, und geschuldet ist es dir nicht.

Plane deshalb rückwärts. Notiere dir beim Einsteigen die Rückfahrzeit, die auf deinem Ticket steht, und lege für den Rückweg mehr Zeit an als für den Hinweg. Die meisten Verspätungen entstehen nicht auf dem Wasser, sondern an der Playa de la Concha, wo aus einer halben Stunde ohne Zutun eine ganze wird.

Wenn das Boot nicht fährt

Der Kanal zwischen Corralejo und Isla de Lobos heißt El Río. Er ist schmal und flach, und bei kräftigem Passat oder Atlantikdünung bleiben die Boote auch mal an der Pier. Fällt die Fahrt aus, verstreicht das Zeitfenster, für das deine Genehmigung gilt, und für den Ersatztag kann es eng werden. Was bei Absagen üblicherweise passiert und wie die Fristen laufen, steht in Bootstouren bei Wind und Wellengang. Die Stolperstellen beim Buchen selbst behandelt Häufige Buchungsfehler auf Fuerteventura.

Wann du dieses Ticket besser nicht kaufst

Spontan am Morgen zum Hafen gehen und darauf hoffen, dass sich der Zutritt schon irgendwie regelt: Das ist der Fall, in dem dieses Angebot die falsche Wahl ist. Der Preis ist niedrig genug, um leichtfertig zu wirken, und der Zutritt hängt trotzdem an einem Dokument, das du am Steg nicht mehr besorgst.

Auch wenn Schnorcheln der eigentliche Zweck deines Tages ist, passt die reine Überfahrt schlecht. Dafür gibt es eigene Fahrten unter Schnorcheln und Tauchen, inklusive Ausrüstung. Und wer einen bequemen Tag mit Verpflegung an Bord sucht, ist bei den Katamarantouren richtiger aufgehoben, auch wenn dort ein Vielfaches fällig wird.

Ohne Mietwagen gehört die Anreise nach Corralejo in die Rechnung, bevor du eine Vormittagsschicht buchst; wie sich das lösen lässt, steht in Fuerteventura ohne Mietwagen. Und falls der Tag doch anders laufen muss, liegen die Alternativen unter Ausflüge auf Fuerteventura und bei den Sehenswürdigkeiten der Insel.

Die meistgebuchten Touren

Isla de Lobos mit dem Katamaran

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Die bestbewertete Überfahrt: vier Stunden unter Segeln ab Corralejo, mit Schnorchelstopp vor Lobos und Getränken an Bord. Die einfache Fähre kostet ein Viertel davon – nimm sie, wenn du nur über die Insel laufen willst.

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