Essen und Pausen auf Ausflügen mit Kindern: was an Bord wirklich auf den Tisch kommt
Aktualisiert 6. September 2026 · 6 Min. Lesezeit
Ein Kind meldet Hunger an, wenn es Hunger hat, und nicht, wenn das Boot wieder am Steg liegt. Auf einer Katamaranfahrt vor der Isla de Lobos gibt es dazwischen nichts. Von den 190 Angeboten im Bestand nennen zwölf im Titel überhaupt etwas zu essen oder zu trinken. Bei allen anderen erfährst du es erst an Bord — oder du liest die Buchungsseite so genau, wie es hier niemand tut.
Wo Verpflegung tatsächlich im Preis steckt
Eine Katamaranfahrt, die „Essen und Getränke” im Titel führt, kostet 79 € bei 4 Stunden. Beim Glasbodenboot stehen „Mittagessen und Getränke” im Titel, 75 €, ebenfalls 4 Stunden. Die Delfinfahrt ab Morro Jable sammelt 5.142 Bewertungen und damit mehr als jedes andere Angebot der Insel; sie kostet 49 € für 2 Stunden — Getränke und ein Badestopp sind dabei, ein Essen nicht.
Und dagegen: Ab Corralejo kostet die Überfahrt zur Isla de Lobos 16 € im Schnellboot und 17 € auf der Fähre. Verpflegung ist dort kein Thema, weil die Fahrt eine Viertelstunde dauert. Bei der Buggy Safari in Corralejo, drei Stunden zu 60 €, nennt die Beschreibung weder Essen noch Getränke; für den Jeep nach Cofete, drei Stunden zu 65 €, gilt dasselbe. Ob wenigstens Wasser mitfährt, klärst du vor dem Buchen auf der Anbieterseite.
Der Abstand zwischen einer Lobos-Katamarantour mit Mittagessen — je nach Anbieter 62 €, 69 € oder 75 € — und der reinen Überfahrt für 16 € ist nicht der Preis eines Tellers. Es ist der Preis für vier Stunden Boot, Schnorchelausrüstung und Getränke, in denen der Teller mit drinsteckt. Wer nur das Essen rechnet, rechnet falsch. Für eine ganze Woche mit vier Personen macht das trotzdem einen spürbaren Unterschied; wie er sich aufsummiert, steht in der Kostenrechnung für eine Woche.
„Mittagessen inklusive” heißt hier meistens Paella
Liest man statt der Titel die Beschreibungstexte, wird es konkret. Bei der Katamarantour von Corralejo nach Lobos für 75 € ist von Paella die Rede. Bei der Lobos-Fahrt für 69 € ebenfalls, dort ausdrücklich als Paella-Mittagessen. Bei der Bootsfahrt an die Südostküste für 69 € stehen kanarische Tapas und Paella. Beim Glasbodenboot, das das Mittagessen im Titel führt, steht im Beschreibungstext kein einziges Wort darüber, was serviert wird.
Paella ist gutes Essen. Für ein fünfjähriges Kind ist sie ein Teller Reis, in dem Dinge liegen, die Augen und Scheren haben. Kanarische Tapas sind nicht Pommes. Rechne damit, dass dein Kind den Reis isst, das Brot und die Getränke, und den Rest liegen lässt — und dass es zwei Stunden später wieder Hunger hat, mitten auf dem Wasser.
Die verlässliche Lösung ist unspektakulär: eine eingepackte Kleinigkeit, die du kennst und dein Kind mag. Nicht als Ersatz für das inbegriffene Essen, sondern daneben. Ein trockenes Brot, Obst, das nicht matscht, etwas Salziges. Das kostet nichts und erspart dir die Diskussion in der einzigen Situation, in der du sie nicht gewinnen kannst.
Drei Stunden oder sieben — der Unterschied liegt im Tagesablauf
Der Bestand verteilt sich klar: 29 Angebote dauern 3 Stunden, 22 dauern 4 Stunden, 19 dauern 2 Stunden. Sechs dauern 7 Stunden, acht sogar 8.
Eine Dreistundentour, die um zehn startet, ist vor dem Mittagessen zurück. Der Mittagsschlaf bleibt heil, die Mahlzeit fällt an Land. Eine Vierstundentour ab elf deckt genau die Zeit ab, in der beides passieren müsste. Eine Siebenstundentour deckt den ganzen Tag ab, und dann entscheidet der Anbieter, wann gegessen wird, nicht ihr.
Dazu kommt der spanische Rhythmus, der auf Fuerteventura nicht anders ist als auf dem Festland: In den Lokalen der Orte gibt es mittags etwa zwischen 13 und 15.30 Uhr etwas, danach schließt die Küche bis zum Abendbetrieb. Wenn eine Tour um 17 Uhr zurückkommt, landet ihr in dieser Lücke. In der Hotelanlage ist das egal, in El Cotillo oder Betancuria nicht.
Was an Bord geht und was nicht
Krümel verteilen sich auf einem Katamaran über das ganze Deck und bleiben dort. Offene Becher stehen bei Dünung nicht, sie kippen — Schraubverschluss statt Trinkhalm, das klingt kleinlich und spart dir einen nassen Rucksack. Gekühlt wird an Bord nichts, was nicht am Getränkeausschank steht; eine Kühltasche in der Sonne auf einem Vorschiff ist nach zwei Stunden eine Tasche. Und der Müll fährt mit zurück.
Auf Lobos ist das keine Höflichkeitsregel. Abfallbehälter gibt es nur an einer Handvoll Stellen rund um den Anleger und El Puertito, entlang der Wege nicht, und Trinkwasser gibt es auf der Insel nur, was du hinüberträgst oder dort kaufst. Wer mit Kindern für ein Zeitfenster von vier Stunden hinüberfährt, trägt entsprechend viel Wasser — bei Wind und Sonne mehr, als man am Steg denkt.
Staub statt Salzwasser
Auf einer Buggy- oder Jeep-Tour gilt das Gegenteil. Dort wird während der Fahrt gar nichts gegessen, weil Helm, Fahrtwind und Schotterstaub das erledigen. Die zweistündigen Dünenbuggy-Touren im Norden für 129 € und die Jandía-Tour für 140 € bestehen aus Fahren und Fotostopps. Die Buggy-Preise in diesem Text — 60 €, 129 € und 140 € — gelten pro Fahrzeug, nicht pro Person: 60 € und 129 € für eine Buchung mit einer Person, 140 € für bis zu zwei Personen.
Bei den Fahrten nach Cofete — 3 Stunden für 65 €, 4 Stunden für 57 € — ist die Versorgungslage eindeutig: Am Strand selbst gibt es weder Kiosk noch Toiletten. In der kleinen Siedlung vor dem Strand steht ein Lokal, auf dessen Öffnungszeiten du dich nicht verlassen solltest. Wasser mitzunehmen ist auf dieser Piste keine Empfehlung, sondern Voraussetzung, für Erwachsene wie für Kinder.
Voller Magen und Wellengang
Dass ein Kind mit vollem Magen bei Dünung anders reagiert als mit leerem, gehört zu diesem Thema — die Ratschläge dazu gehören in einen anderen Artikel, nämlich den über Seekrankheit bei Kindern. Was du deinem Kind gibst oder nicht gibst, besprichst du im Zweifel in der Apotheke vor Ort oder beim Kinderarzt, nicht auf einer Reiseseite. Hier steht nur die Planungsseite davon: Wenn das inbegriffene Mittagessen mitten in der Fahrt serviert wird und ihr danach noch zwei Stunden draußen seid, ist das eine andere Reihenfolge, als wenn zuerst der Badestopp kommt. Auf welchen Bootstypen das überhaupt entspannt läuft, klärt der Text zu Bootstouren mit Kindern.
Was du mit einem Zwei-Stunden-Rhythmus nicht buchst
Wenn dein Kind alle zwei Stunden etwas braucht, fallen die langen Kombitouren weg. Nach Lanzarote zum Timanfaya sind es 83 € und ein Tag von 7 Stunden: Fähre hinüber, Bus zum Nationalpark, Bus zurück, Fähre zurück. Die Reihenfolge macht der Fahrplan, nicht ihr. Der Ausflug in den wilden Norden, der seine Gäste in Morro Jable und Costa Calma aufnimmt, ist mit 77 € und ebenfalls 7 Stunden angesetzt; er nennt freie Zeit in Corralejo, aber nicht, wann diese Zeit liegt. Genau das musst du vor dem Buchen auf der Seite des Anbieters klären, denn davon hängt ab, ob die freie Zeit euer Mittagessen ist oder nur ein Bummel um halb vier.
Umgekehrt ist die Viertelstunde nach Lobos in dieser Hinsicht harmlos, und zwei Stunden Delfinbeobachtung sind planbar. Für die Altersfrage, ab wann welcher Ausflug überhaupt trägt, gibt es eigene Texte, etwa zu Fuerteventura mit Kleinkind.
Pausen an Land
Wo ihr einsteigt, entscheidet, ob ihr vorher noch etwas besorgen könnt. In Corralejo legen Fähren, Schnellboot und Katamarane nach Lobos im Puerto de Corralejo ab, die Verkaufsstände stehen an der Hafeneinfahrt gegenüber der Bar La Lonja. Am Muelle Chico, dem kleinen alten Anleger ein paar hundert Meter weiter im Ortskern, gibt es zwar auch einen Fahrkartenschalter, abgelegt wird aber im großen Hafen. Supermärkte, Bäckereien und Cafés liegen wenige Minuten zu Fuß entfernt, du kannst also bis kurz vor dem Ablegen einkaufen. Der Hafen von Morro Jable liegt am Westrand des Ortes hinter dem Kirchhügel, gut zehn Minuten zu Fuß von der Promenade — das ist kein schneller Gang zwischen Ankunft und Abfahrt. Wer dort um neun startet, kauft besser am Abend vorher ein.
Auf Lobos gibt es in El Puertito ein Lokal, und der Andrang wird nach Reihenfolge des Erscheinens geregelt, nicht per Telefon; die Plätze sind wenige. Mit dem Nachmittagsfenster von 14 bis 18 Uhr hungrig anzukommen, ist deshalb ein Glücksspiel. Restaurantnamen empfehlen wir hier bewusst nicht — wo ihr an Ausflugstagen wirklich landet, hängt an der Uhrzeit und daran, ob überhaupt geöffnet ist. Welche Strände sich für eine ruhige Pause zwischen zwei Programmpunkten eignen, findest du bei den kinderfreundlichen Stränden; der Rahmen dazu in Fuerteventura mit Kindern.