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Kinderfreundliche Strände auf Fuerteventura: zwei Listen, die sich kaum überschneiden

Aktualisiert 1. Oktober 2026 · 9 Min. Lesezeit

Fuerteventura : Katamaranausflug zur Insel Lobos

Für kleine Kinder taugen auf Fuerteventura zwei Strände zuverlässig: die Playa de la Concha bei El Cotillo, ein geschütztes Becken hinter einem Lavariff, und Caleta de Fuste, eine aufgeschüttete Bucht mit Wellenbrecher und flachem Einstieg. Die berühmten — die Grandes Playas bei Corralejo, die Lagune bei Sotavento, die ganze Westküste — sind die falschen. Wer dem Strandtag etwas hinzufügen will, nimmt das Schnellboot zur Insel Lobos: 15 Minuten Überfahrt für 16 €, und drüben liegt El Puertito, die flachste klare Schnorchelstelle in Reichweite. Für ältere Kinder, die mit flachen Becken nichts mehr anfangen können, ist der Surfkurs für Kinder und Familien ab 54,15 € die Antwort.

Vier Fahrten, die zum Strandtag mit Kindern passen

AusflugDauerabBewertungpasst für
Lobos per Schnellboot15 Minuten Überfahrt16 €4,8 ★ · 1.973Familien mit Kindern, die noch kein langes Boot aushalten
Surfkurs für Kinder und Familien3,5 Stunden54,15 €4,8 ★ · 56Kinder, denen ein flaches Becken zu langweilig geworden ist
Lobos-Katamaran mit Paella4 Stunden70 €4,8 ★ · 384Familien mit größeren Kindern, die einen halben Tag an Bord mögen
Jeep-Safari zum Strand von Cofete3 Stunden65 €4,5 ★ · 2.578Familien, die Cofete ansehen wollen — ohne Baden

Termine und Preise für das Lobos-Schnellboot ansehen

Auf Fuerteventura laufen zwei Listen auseinander, die in der Werbung immer eine sind: die Strände, die auf Bildern funktionieren, und die, an denen ein Vierjähriger einen Vormittag übersteht, ohne dass ihn jemand festhält. Die Dünen bei Corralejo liegen offen im Passat, die Westküste hat Brandung und Strömung, die Lagune bei Costa Calma gibt es an vielen Tagen nicht. Die richtigen Strände für kleine Kinder sind die, über die niemand schwärmt.

Playa de la Concha, El Cotillo

El Cotillo liegt im Nordwesten, rund 20 Straßenkilometer von Corralejo über die FV-10 via Lajares, etwa zwanzig Minuten Fahrt. An der Straße zum Faro de Tostón reiht sich nach Norden eine Kette geschützter Becken auf: Los Charcos, Los Lagos – und am dichtesten am Ort die Playa de la Concha, rund 220 Meter heller Sand in einem Hufeisen aus Lavariff, an dessen Kante die Dünung bricht.

Beide Gezeitenzustände taugen. Läuft das Wasser auf, schwappt es über das Riff und füllt das Becken; darin schwimmt man ohne Gegenwehr. Läuft es ab, bleiben zwischen den Felsen Tümpel stehen, teils kaum knöcheltief, mit kleinen Fischen und Einsiedlerkrebsen. Für Kinder unter sechs ist das der interessantere Zustand.

Oberhalb liegt ein großer Parkplatz, in der Hochsaison ab dem späten Vormittag voll; vom Ortskern zehn bis fünfzehn Gehminuten. Duschen, Toiletten, ein Lokal über dem Strand. La Oliva hat die Bucht in seinen Rettungsschwimmerdienst aufgenommen – über den Vertrag für die Westzone, den die Kündigung auf der Corralejo-Seite nicht betraf –, ohne dass Zeiten und Monate verlässlich veröffentlicht wären.

Was fehlt, ist Schatten: kein Baum, keine Felswand, die mittags etwas abwirft. Wind ist auch hier – er stört nur nicht, solange dein Kind im Becken steht, auf der Decke sofort (Fuerteventura mit Baby). Unmittelbar südlich an den Ort schließt die Piedra Playa an, rund zwei Kilometer von der Playa de la Concha und zu Fuß erreichbar: Dort beginnt die offene Brandung.

Für die Altersgruppe, die am flachen Becken nicht mehr bleibt, gibt es den Surfkurs für Kinder und Familien: dreieinhalb Stunden ab 54,15 €, der Trainer hat eine Rettungsschwimmerlizenz, und unterrichtet wird in Lernschritten für jedes Alter. Welcher Strand es wird, sagt dir die Schule bei der Buchung.

Verfügbarkeit des Surfkurses für Kinder und Familien ansehen

Caleta de Fuste: langweilig und für Kleinkinder das Beste

Beides stimmt. Caleta de Fuste an der Ostküste, sieben Kilometer südlich des Flughafens, hat keine gewachsene Bucht, sondern eine aufgeschüttete: rund 700 bis 800 Meter Sand im Halbrund, ein kleiner Wellenbrecher davor, Hotelzeilen und Golfplatz dahinter. Wellengang praktisch keiner, der Einstieg flach. Dafür ein Ort ohne Eigenleben. Für das erste Meer im Leben eines Kindes die vernünftigste Adresse der Insel; Kinder ab acht sind schneller fertig damit als ihre Eltern (Überblick für Familien).

Corralejo: Ortsstrand oder Naturpark

„Der Strand von Corralejo“ meint zwei Dinge, die nichts miteinander zu tun haben.

Im Ort liegen kleine, von Molen und Felsriegeln gefasste Buchten: die Playa Waikiki im alten Ortsteil Corralejo Viejo und der Muelle Chico am Hafen. Zu Fuß erreichbar, Lokale dahinter, Wasser meist ruhig. Der Muelle Chico wurde jedoch seit Juni 2018 wiederholt fürs Baden gesperrt, weil dort Abwasser einlief und die E.-coli-Werte über dem Grenzwert lagen – nicht wegen des Hafens nebenan. Was an eurem Tag gilt, steht auf der Tafel am Zugang; wer eine Bucht für Kleinkinder sucht, liest sie, bevor er die Sachen ablegt. Die Ortsstrände hat La Oliva in die Bewachung genommen; ob dort jemand steht, ist seit Anfang 2026 allerdings nicht verlässlich.

Südlich beginnt der Naturpark: 2.668 Hektar Wanderdünen und gut zehn Kilometer offener Strand, die Grandes Playas. Der Abschnitt von den Postkarten – und der, an dem nichts den Wind bricht und Wellen wie Strömung ernst zu nehmen sind. Am Flag Beach stehen die Schulen fürs Wind- und Kitesurfen; die Segel dort beantworten die Frage nach den Bedingungen.

Aus demselben Hafen fährt auch der Katamaran zur Insel Lobos: vier Stunden für 70 €, mit Paella an Bord, Wasseraktivitäten und Segeln. Für einen Vierjährigen ist das lang, für ein Schulkind ein guter Tag.

Verfügbarkeit des Lobos-Katamarans ansehen

Playa de Sotavento: eine Lagune, die es nicht jeden Tag gibt

Zwischen Costa Calma und dem Risco del Paso zieht sich die Playa de Sotavento an der windabgewandten Südostseite von Jandía entlang. Berühmt macht sie eine Sandbank, die bei ablaufendem Wasser trockenfällt und dahinter eine flache Lagune stehen lässt: weitläufig, knietief, in der Sonne schnell warm.

Fest ist daran nichts. Um Neu- und Vollmond, zur Springtide, fällt die Lagune am ausgeprägtesten aus, dazwischen kleiner, manchmal liegt statt Wasser nur Sand da. Wer auf gut Glück hinfährt, steht bei ordentlich Wind auf einer leeren Fläche statt in dem Becken vom Foto. Die Ausfahrt von der FV-2 ist ausgeschildert, der Parkplatz kostenlos; zwei Minuten Gezeitenkalender entscheiden über den Tag.

Dazu kommt: Dieselbe Fläche ist Übungs- und Wettkampfrevier, am Risco del Paso stehen die Stationen, im Sommer wird Weltcup gefahren. Ein watendes Kind und ein Kite gehören nicht auf denselben Wasserstreifen. Such die Abschnitte ohne Schirme und rechne nicht mit Absperrungen.

Playa del Matorral bei Morro Jable

Der Matorral zieht sich im Süden über rund vier Kilometer vor Morro Jable hin, im Mittel sechzig Meter breit, mit sanftem Einstieg. Als einziger hier genannter Strand hat er einen richtigen Ort hinter sich: Promenade, Läden, Lokale, Apotheke – mit Kindern oft mehr wert als eine schönere Bucht. Dazwischen liegt der Saladar de Jandía, eine geschützte Salzwiese und Vogelrastfläche, überquert auf Holzstegen. Nördlich des Leuchtturms El Matorral beginnt ein FKK-Abschnitt, besser vorher gewusst.

Die Westküste: zum Anschauen, nicht zum Baden

Die Westseite liegt offen zum Atlantik, die Dünung läuft ungebremst an, und einen Rettungsdienst gibt es an keinem dieser Strände. An Cofete kommt dazu, dass auch das Handynetz nicht verlässlich ist; wer dort hinfährt, weiß das vorher.

Cofete auf der Atlantikseite von Jandía sind zwölf Kilometer Sand vor einem Bergkamm: keine Bebauung, keine Toilette, keine Aufsicht, und Rippströmungen sieht man vom Sand aus schlecht. Ein Ziel zum Ansehen – dass dort nicht gebadet wird, sagt man dem Kind besser im Auto als am Wasser. Die geführte Jeep-Safari steht bei 65 € für drei Stunden mit 2.578 Bewertungen, die Fahrt mit der Villa Winter bei 57 € für vier Stunden mit 1.817 Bewertungen; beide unter Ausflüge an Land und Buggy und Quad, mehr zum Ort bei den Sehenswürdigkeiten.

Termine der Jeep-Safari zum Strand von Cofete ansehen

La Pared an der schmalen Stelle der Insel ist ein Surfstrand von rund 250 Metern, dunkler und goldener Sand, kräftige Strömung. Der Playa del Águila südlich von El Cotillo, auch Playa de las Escaleras, ist abgelegen und windig, mit starkem Wellengang und Abstieg über Stufen. Wer dort ins Wasser will, geht mit jemandem, der die Strömungen kennt; Surfkurse beginnen bei 50 €.

El Puertito auf der Isla de Lobos

El Puertito ist die beste Schnorchelstelle für Kinder in Reichweite: flach genug zum Stehen, so klar, dass man den Grund sieht. Dagegen steht der Aufwand – kostenlose, personengebundene Genehmigung über lobospass.com, 200 Besucher je Zeitfenster, 10 bis 14 und 14 bis 18 Uhr, manche Anbieter beantragen sie mit, viele nicht, und die Regeln können sich ändern. Schatten gibt es fast keinen, ein Lokal am Hafen, keinen Laden. Die Fahrten stehen unter Isla de Lobos und Schnorcheln und Tauchen; ob ein Fünfjähriger das Zeitfenster durchhält, steht in Fuerteventura mit Kleinkind.

Die Flaggen – und die Lücken dazwischen

Spanien hat ein einheitliches System aus drei Farben: Grün steht für ruhige Verhältnisse, Gelb für baden mit Zurückhaltung, Rot für Badeverbot. Manche Gemeinden hängen zusätzlich Schwarz auf, wenn ein Strand aus anderen Gründen gesperrt ist, etwa wegen Verschmutzung.

Der wichtigste Fall steht auf keiner Tafel: gar keine Flagge. Das ist nicht Grün, sondern heißt meist, dass hier niemand Dienst tut – auf Fuerteventura der größte Teil der Küste. Bewacht werden einzelne benannte Strände; La Oliva führt die Grandes Playas, die Piedra Playa, die Ortsstrände von Corralejo und die Playa de la Concha. Der Rest der 325 Küstenkilometer nicht.

Und auch die Liste ist keine Zusage. Den Vertrag für die Ostzone – Grandes Playas, Ortsstrände Corralejo, El Moro, Bajo de la Burra – löste La Oliva am 22. Januar 2026 wegen Vertragsverletzungen auf und schrieb ihn erst im Sommer 2026 neu aus; über Ostern 2026 streikten die Rettungsschwimmer. Die Westzone mit Piedra Playa und Playa de la Concha läuft über einen eigenen Vertrag, den die Kündigung nicht betraf; ob dort über Ostern gestreikt wurde, ist nicht dokumentiert.

Die Präventionsvereinigung „Canarias, 1500 Km de Costa“ zählte für die Kanaren von Januar bis Juli 2026 39 Todesfälle durch Ertrinken, fünf davon Minderjährige, rund 30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum; von allen erfassten Wasserunfällen ereigneten sich 63 Prozent an Stränden. Bei gut der Hälfte war eine Warnstufe der kanarischen Regierung wegen Küstenphänomenen aktiv – die steht auf deren Kanälen, nicht am Strandzugang.

Über keinen Strand steht hier, dass er sicher sei, sondern nur: flach, geschützt, viel oder wenig Welle. Ob an eurem Tag jemand hinsieht, erkennt ihr vor Ort.

Schatten

Die Insel ist weitgehend baumlos, an der Küste erst recht. Was am Strand Schatten wirft, hat jemand hingestellt: Schirme zur Miete, Strandbars, Hotelanlagen. Ein Sonnenschirm hält dem Nachmittagswind selten stand. Die einheimische Antwort sieht man an der Playa de la Concha wie an Sotavento: corralitos, niedrige Rundmauern aus Lavasteinen, in die man sich legt. Sie nehmen den Wind, nicht die Sonne. Alles Weitere zu Sonne und Kinderhaut beantworten Apotheke oder Kinderarzt.

Unsere Empfehlung

Für die meisten Familien: das Schnellboot zur Insel Lobos für 16 €. Fünfzehn Minuten Überfahrt, und drüben liegt El Puertito — flach, klar, zum Stehen. Mit 4,8 Sternen aus 1.973 Bewertungen ist das gut belegt. Der Haken sind nicht das Boot, sondern die Genehmigung und der Schatten: Kläre vor dem Kauf, ob der Anbieter den Lobos-Pass mit beantragt, und nimm Sonnenschutz und Wasser selbst mit.

Für Kinder, denen flache Becken zu langweilig sind: der Surfkurs für Kinder und Familien ab 54,15 €. Dreieinhalb Stunden, Trainer mit Rettungsschwimmerlizenz. Für einen Dreijährigen ist das nichts — für den gilt weiterhin Caleta de Fuste.

Für größere Kinder und einen halben Tag an Bord: der Lobos-Katamaran für 70 €. Vier Stunden mit Paella und Wasseraktivitäten. Vier Stunden ohne Ausstieg sind mit Kleinkind aber eine schlechte Idee.

Für die Westküste: die Jeep-Safari zum Strand von Cofete für 65 €. Drei Stunden, und jemand fährt die Piste. Baden ist dort kein Programmpunkt — sag das dem Kind vorher.

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