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Beste Reisezeit für Fuerteventura: wann das Meer mitspielt

Aktualisiert 6. September 2026 · 8 Min. Lesezeit

Warm ist es fast immer, das ist nicht die Frage

Fuerteventura hat kein Temperaturproblem. Auch im Januar liegen die Höchstwerte in Puerto del Rosario um 20 Grad, die Sonne kommt auf rund sechs Stunden am Tag, und mit zwei bis drei Regentagen ist der nasseste Monat immer noch trockener als ein durchschnittlicher mitteleuropäischer April. Wer allein nach der Klimatabelle bucht, erwischt nie einen wirklich schlechten Monat.

Für Ausflüge ist die Klimatabelle trotzdem das falsche Werkzeug. Ob dein Boot ausläuft, ob du beim Schnorcheln nach zwanzig Minuten wieder raus willst, ob die Fähre nach Lobos ablegt und wie weit die Sicht vom Kraterrand reicht, entscheiden Wind, Dünung und Wassertemperatur. Alle drei verlaufen im Jahr anders als die Balken im Klimadiagramm.

Der Passat ist der eigentliche Terminkalender

Der Nordostpassat weht das ganze Jahr, aber nicht gleich stark. Am kräftigsten ist er von Juni bis August; windigster Monat ist der Juli mit einem Mittel um 27 Kilometer pro Stunde, und zwischen Anfang Juni und Anfang September liegt der Durchschnitt fast durchgehend über 23 Kilometern pro Stunde. Am schwächsten ist er von September bis November. Weil die Insel flach ist und außer dem Kamm von Jandía mit dem 807 Meter hohen Pico de la Zarza nichts im Weg steht, kommt er fast überall ungebremst an.

Wichtiger für die Tagesplanung ist der Tagesgang. Morgens ist es auf der ganzen Insel schwächer als nachmittags; der Wind legt im Lauf des Vormittags zu. Eine Abfahrt gegen neun oder zehn Uhr ist im Sommer deshalb eine deutlich ruhigere Angelegenheit als dieselbe Fahrt um 14 Uhr. Bei den Katamaranfahrten, 17 Angebote ab 50 Euro, steht die Abfahrtszeit in der Beschreibung; sie ist im Juli und August wichtiger als der Preis.

Corralejo und Sotavento sind zwei verschiedene Windbilder

Corralejo liegt an der Nordspitze und bekommt den Passat frontal. Die Meerenge El Río zwischen Ort und Isla de Lobos ist schmal, flach und kurz gehackt, und genau dort fährt die Fähre. Bei kräftigem Nordost oder einlaufender Dünung fallen Überfahrten aus, kurzfristig am selben Morgen. Wenn dein Lobos-Tag im Winter der einzige Programmpunkt der Woche ist, planst du falsch. Der Bereich Isla de Lobos ist mit 25 Angeboten ab 16 Euro und 11.547 Bewertungen der meistbewertete unter den Bootsbereichen, und fast alle hängen an dieser einen Überfahrt.

Sotavento heißt auf Spanisch schlicht „Lee“. Die Playa liegt südlich von Costa Calma an der Ostseite von Jandía, im Windschatten des Bergkamms, und der Passat kommt dort nicht von vorn, sondern schräg die Küste entlang: viel Wind bei glattem Wasser. Dasselbe Wetter ergibt damit zwei verschiedene Tage. In Corralejo ist es im Juli unruhig auf dem Wasser, an der Sotavento-Lagune flach, aber du wirst sandgestrahlt.

Das Wasser ist kühler, als die Bilder vermuten lassen

Der Atlantik hier ist kein Mittelmeer. Am kältesten ist er von Februar bis April mit etwa 17 bis 18 Grad, am wärmsten von August bis Oktober mit bis zu 23 Grad, und der Höhepunkt liegt nicht im Hochsommer, sondern im September. Der Unterschied zwischen 18 und 23 Grad klingt klein und ist beim Schnorcheln der Unterschied zwischen zwanzig Minuten und zwei Stunden.

August bis Oktober ist damit die eigentliche Schnorchelzeit, Mai bis Juli geht mit Neoprenoberteil, im Februar buchst du besser etwas anderes. Die 29 Angebote unter Schnorcheln und Tauchen beginnen bei 27 Euro, so viel wie die Kombination Fähre plus Schnorcheln ab Corralejo. Ob ein Anzug gestellt wird, steht auf der Buchungsseite und ist im Winter die Frage, die du vorher klären solltest.

Calima: die Wochen, in denen die Insel verschwindet

Calima ist Saharastaub in der Luft. Fuerteventura liegt rund 100 Kilometer vor der afrikanischen Küste und ist zusammen mit Lanzarote die am häufigsten und am stärksten betroffene Insel des Archipels. Die Lagen treten vor allem zwischen Januar und März auf, dazu im Juli und August. Eine Episode dauert meist zwei bis vier Tage.

Boote fahren meist weiter, denn Staub ist kein Seegang. Was verloren geht, ist die Sicht. Bei starken Lagen sinkt sie unter 1.000 Meter, der Himmel wird milchig-gelb, und alles, was vom Aussichtspunkt lebt, ist entwertet: die Fahrt nach Cofete, der Blick von Betancuria, Fotos vom Boot. Am härtesten trifft es die Sternentour am Calderón Hondo für 45 Euro. Fuerteventura ist seit 2015 als Starlight-Reservat anerkannt, und bei Calima siehst du davon nichts.

Wale und Delfine: ganzjährig, aber ohne Garantie

In kanarischen Gewässern sind rund 30 Walarten nachgewiesen, ein knappes Drittel aller weltweit bekannten. Zwei davon sind hier standorttreu und der Grund, warum die Fahrten ganzjährig angeboten werden: der Große Tümmler und der Kurzflossen-Grindwal. Eine Saison im engeren Sinne gibt es also nicht, sehr wohl aber gute und schlechte Bedingungen: bei kurzer, hoher Welle siehst du Rückenflossen schlicht nicht.

Die meistbewertete Tour der Insel fährt ab Morro Jable, dauert zwei Stunden, kostet 49 Euro und hat bei 5.142 Bewertungen 4,2 Sterne. Das ist gemeinsam mit der Jandía-Buggytour die schwächste Wertung unter den beliebtesten Angeboten, und ein Teil davon ist Erwartungsmanagement: Wildtiere sind keine Vorstellung mit Anfangszeit. Kein seriöser Anbieter garantiert eine Sichtung. Die zehn Angebote unter Wale und Delfine starten bei 40 Euro. Wie ruhig so eine Fahrt für empfindliche Mägen ist, steht in einem eigenen Text: Seekrankheit bei Kindern.

Wann es voll wird und wann es teuer wird

Vier Zeiträume füllen die Insel: Weihnachten und Neujahr, die europäischen Februarferien, die Semana Santa vor Ostern und der August. Dazu der Oktober, auf den Kanaren insgesamt einer der stärksten Monate. Dann sind die kleinen Formate zuerst weg, Segeltouren und Deluxe-Katamarane mit begrenzter Personenzahl.

Der Karneval ist hier kein verlässlicher Grund, einen Termin zu meiden oder zu wählen, denn er ist nicht eine Woche, sondern zieht sich über Wochen und Orte. Puerto del Rosario feierte 2026 vom 6. bis 22. Februar, Corralejo als „Carnaval de Carnavales“ erst vom 5. bis 15. März. Wer den Umzug sehen will, prüft das Datum der einzelnen Gemeinde und nicht ein Inseldatum.

Windsurf-Saison und was sie für alle anderen heißt

Der Weltcup an der Playa de Sotavento fand 2026 zum 38. Mal statt, vom 17. Juli bis zum 1. August. Dieses Fenster von der zweiten Julihälfte bis zum Monatswechsel ist stabil, und dann sind Costa Calma und der Süden von Jandía voll, teuer und laut. Wer das nicht sucht, reist zwei Wochen daneben und hat denselben Wind ohne Publikum.

Die Lagune arbeitet mit den Gezeiten. Sie füllt sich rund um Hochwasser auf etwa 35 bis 85 Zentimeter, meist ein paar Stunden davor und danach, und ist dann ein knietiefes Übungsbecken hinter einer Sandbank. Bei Niedrigwasser ist sie Sand. Die 13 Angebote unter Wind- und Kitesurfen haben zusammen nur 77 Bewertungen bei einem Median von 130 Euro, weil fast jeder in der Schule vor Ort bucht. Auf so wenige Stimmen stützt man keinen Vergleich.

Winter: das wärmste Europa, mit Kleingedrucktem

Von November bis März ist Fuerteventura eines der wenigen Ziele in Reichweite, an denen man tagsüber ohne Jacke draußen sitzt. Der Preis dafür steht oben, und zwei Dinge kommen dazu. Erstens der Tag: Am 23. Dezember sind es 10 Stunden und 20 Minuten Helligkeit, Sonnenaufgang gegen 7:45 Uhr, Sonnenuntergang gegen 18:06 Uhr. Die Kanaren liegen auf der Zeit von London, eine Stunde hinter dem spanischen Festland. Eine Ganztagestour, die um 17 Uhr zurück ist, endet im Dezember praktisch bei Sonnenuntergang.

Zweitens die Atlantikdünung. Von Oktober bis März laufen die großen Nordwestwellen auf, und die Nordküste zwischen Corralejo und El Cotillo wird zum Surfrevier. Für die 19 Surfkurse ab 50 Euro ist das die beste Zeit des Jahres, für alles, was schaukelt, die unruhigste. Wenn dann eine Tour ausfällt, sitzt du mit einem freien Tag da; Alternativen dafür stehen in Fuerteventura mit Kindern bei schlechtem Wetter.

Wann Fuerteventura die falsche Wahl ist

Wenn du zum Baden kommst und nur im Februar oder März kannst, ist die Insel nicht das richtige Ziel. 17 Grad Wasser sind für die meisten kein Badeurlaub, daran ändert die Sonne nichts. Wenn du einen ruhigen Strandtag willst, ist der Juli der falsche Monat und die offene Ostküste der falsche Ort; dann gehören die geschützten Buchten in die Planung, siehe kinderfreundliche Strände.

Einzelne Erlebnisse lässt man besser ganz sein. Eine Sternentour bei laufender Calima verschiebst du, statt sie zu buchen. Eine Delfinfahrt bei kräftigem Wind ist für empfindliche Mägen keine gute Idee, und die Vorbereitung darauf ist eine Frage an die Apotheke, nicht an einen Reisetext. Eine Schnorcheltour im Februar buchst du nur mit vorher bestätigtem Neopren. Und bei drei Tagen Aufenthalt hängst du kein Ziel an eine einzige Überfahrt. Was unabhängig vom Seegang funktioniert, steht in den 83 Angeboten unter Ausflüge an Land und in der Übersicht der Sehenswürdigkeiten.

Die meistgebuchten Touren

Isla de Lobos mit dem Katamaran

⏱ 4 Std. · Ab Corralejo

4,8 (1.134 Bewertungen)

Die bestbewertete Überfahrt: vier Stunden unter Segeln ab Corralejo, mit Schnorchelstopp vor Lobos und Getränken an Bord. Die einfache Fähre kostet ein Viertel davon – nimm sie, wenn du nur über die Insel laufen willst.

ab €75

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Bestseller

Jeep-Safari zum Strand von Cofete

⏱ 3 Std. · Halbinsel Jandía

4,5 (2.555 Bewertungen)

Drei Stunden über die Piste zum zwölf Kilometer langen Strand hinter den Bergen. Der eigene Mietwagen ist auf dieser Straße meist nicht versichert – das ist der ehrliche Grund, im fremden Jeep zu sitzen.

ab €65

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Bestseller

Wal- und Delfinfahrt ab Morro Jable

⏱ 2 Std. · 2 Stunden, mit Badestopp

4,2 (5.142 Bewertungen)

Das meistgebuchte Einzelangebot auf Fuerteventura – und mit 4,2 Sternen das schwächste in unserer Auswahl. Zwei Stunden ab Morro Jable, mit Getränken und Badestopp. Es sind Wildtiere, garantiert ist nichts.

ab €49

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Isla de Lobos ab €49 · heute verfügbar

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